{"id":4939,"date":"2020-05-26T22:18:14","date_gmt":"2020-05-26T20:18:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.feuerwehrfotos.com\/wp\/?p=4939"},"modified":"2020-11-11T08:35:58","modified_gmt":"2020-11-11T07:35:58","slug":"die-seilbahn-katastrophe-von-kaprun","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.feuerwehrfotos.com\/wp\/?p=4939","title":{"rendered":"Die Seilbahn-Katastrophe von Kaprun"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Heute drehen wir das Zeit beinahe zwei Jahrzehnte zur\u00fcck \u2013 exakt zum 11. November 2000. Viele werden sich wohl noch erinnern, was sie an diesem Tag gemacht haben, als in den Medien von einer der schwersten Seilbahnungl\u00fccke berichtet worden ist. 155 Menschen starben an diesem Tag in Kaprun im Bundesland Salzburg.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-heading\">Noch mit 1,4 Mio. Pixel<\/h4>\n\n\n\n<p>Ich war knapp drei Jahre lang journalistisch t\u00e4tig und in der Einsatzdokumentation noch ganz am Anfang. Aber immerhin war ich bereits mit einer Olympus-Digitalkamera ausger\u00fcstet, die an die 1,4 Millionen Pixel pro Bild aufzeichnete. <\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-heading\"><strong>Gro\u00dfe Story, enorme Eindr\u00fccke<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>Mit meinem damaligen, leider inzwischen verstorbenen Kollegen Gottfried Bauer erhielt ich die Gelegenheit, mit ihm zwecks feuerwehrtechnischer Dokumentation nach Kaprun zu fahren. Im Anschluss jene Bilder, die ich damals gemacht habe. Ich lasse sie bewusst unbearbeitet. Im Vergleich zu heute sind es nicht so viele. Im Anschluss an die Bilder finden Sie auch die Zusammenfassung, die ich f\u00fcr das Feuerwehrmagazin Brennpunkt und in weiterer Folge auch f\u00fcr das deutsche Feuerwehrmagazin verfasst hatte.<\/p>\n\n\n\nngg_shortcode_0_placeholder\n\n\n\n<h2 class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-heading\"><strong>Die Geschichte zu den Bildern &#8230;<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p><em>Der 11. November 2000 wird vermutlich als schw\u00e4rzester Tag seit dem II. Weltkrieg in die \u00f6sterreichische Geschichte eingehen. Nicht weniger als 155 Menschen kamen beim Brand einer Schr\u00e4gseilbahn auf das Kitzsteinhorn in Kaprun ums Leben. Trotz des massiven Einsatzes an Helfern kam jede Hilfe zu sp\u00e4t. Nur wenige Insassen der Seilbahn konnten das rettende Tunnelportal erreichen und somit \u00fcberleben.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Die Hundertschaft von Einsatzkr\u00e4ften wurde an diesem 11. November vor eine sehr schwierige Pr\u00fcfung gestellt, viele vor eine physische, alle vor eine psychische. Die hohe Anzahl von Toten und auch die Tatsache, trotz umfangreichster Ausr\u00fcstung und unz\u00e4hligem Personal trotzdem nicht mehr helfen zu k\u00f6nnen, machte den Einsatzkr\u00e4ften sehr zu schaffen. Das Gef\u00fchl der Machtlosigkeit machte sich breit&#8230;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Ziel dieses Beitrages ist es, anhand der vorliegenden Unterlagen und Erfahrungen die geleistete und teilweise \u00fcbermenschliche Arbeit der Einsatzkr\u00e4fte aufzuzeigen.<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Bericht und Fotos von Hermann Kollinger<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Samstag, 11. November 2000. In Kaprun, Bundesland Salzburg, scheint es, als w\u00fcrde es ein herrlicher Tag werden, der ideale Bedingungen f\u00fcr die Schifahrer am Kitzsteinhorn bieten w\u00fcrde. Zu diesem Zeitpunkt konnte noch niemand ahnen, dass dieser Tag einer der schw\u00e4rzesten \u00d6sterreichs werden und hunderten von Einsatzkr\u00e4ften der verschiedensten Organisationen einen der gr\u00f6\u00dften Eins\u00e4tze bedeuten w\u00fcrde. Der Stolz einer ganzen Region, die Schr\u00e4gseilbahn von Kaprun, fiel am fr\u00fchen Vormittag im Tunnelbereich einem Brand zum Opfer. 155 Menschen starben, nur wenige konnten sich retten.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-heading\">Technische Details<\/h4>\n\n\n\n<p>Der Gletscherzug Kaprun 2 war seit 1974 in Betrieb und brachte pro Stunde 1.240 Personen vom Tal auf das Kitzsteinhorn. In den letzten 26 Jahren wurden damit \u00fcber 14 Millionen Menschen bef\u00f6rdert.&nbsp; Um von der auf 911 Meter Seeh\u00f6he liegenden Talstation auf die 2.446 Meter Seeh\u00f6he liegende Bergstation zu gelangen, fuhr der Zug durch einen 3.298 Meter langen Bergstollen, der einen Durchmesser von 3,60 Meter aufweist. Die Strecke weist einen durchschnittlichen Neigungswinkel von 42,8% auf, wobei Spitzen bis zu 50% erreicht werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Tunnelstollen selbst befindet sich zu Revisionszwecken eine Eisenstiege mit insgesamt 10.303 Stufen.&nbsp; Seit 1994 verkehrten auf dieser Schr\u00e4gseilbahn zwei neue, mit voller Beladung je 38 Tonnen wiegende Zugsgarnituren. 1997 wurde die Strecke zum letzten Male beh\u00f6rdlich untersucht und erst im September 2000 fand die letzte, laufende Revision statt. Das aus 198 Dr\u00e4hten geflochtene Zugseil weist einen Durchmesser von 48 mm, das Spannseil einen Durchmesser von 29 mm auf. In der Mitte des Tunnel befindet sich eine Ausweichstelle, an der die beiden Zugsgarnituren aneinander vorbeifahren. Diese Mittelstation ist \u00fcber einen 638 Meter langen Querzugangsstollen von au\u00dfen erreichbar.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-heading\"><strong>Der Beginn der Katastrophe<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>Um 09.02 Uhr verlie\u00df der Gletscherzug, vollbesetzt mit 162 Menschen, die Talstation. Nach rund 600 Metern im Freien fuhr die Garnitur mit einer Geschwindigkeit von rund 10 m\/sek. in den Tunnel ein. Kurze Zeit sp\u00e4ter blieb der Zug mit einem Ruck stehen, als einige Passagiere das Feuer im unteren, nicht besetzten F\u00fchrerstand registrierten. Um 09.10 Uhr meldete der Zugsf\u00fchrer den Brand und erhielt die Anweisung, sofort alle T\u00fcren zu \u00f6ffnen und die Insassen zu evakuieren. Wenig sp\u00e4ter brach der Funkkontakt ab&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>Zwischenzeitlich brach Panik aus, kurze Zeit sp\u00e4ter fiel der Strom und somit auch das Licht aus.&nbsp; Scheiben wurden eingeschlagen, um den Zug verlassen zu k\u00f6nnen, da in der panikerf\u00fcllten Situation anfangs die Notentriegelung nicht gefunden wurde. Einige Passagiere sprangen durch das Fenster, nachdem sie diese mit ihren Schist\u00f6cken bzw. Schiern eingeschlagen hatten.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-heading\">Im Schein des Feuers nach unten<\/h4>\n\n\n\n<p>Einer jener, der den rettenden Weg nach unten eingeschlagen hatte, rief den anderen noch zu, nicht nach oben, sondern nach unten zu fl\u00fcchten. Nur wenige folgten ihm ans rettende, untere Ende des Tunnels. Im Schein des sich rasend schnell ausbreitenden Feuers \u2013 auch von kleineren Explosionen war die Rede &#8211; stolperte diese kleine Gruppe von 12 Leuten an das untere, lebensrettende Tunnelportal&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>Alle anderen Zugsinsassen versuchten w\u00e4hrenddessen, entlang der schmalen Eisenstiege den sich mit immer mehr mit Rauch f\u00fcllenden Tunnel nach oben hin zu verlassen. Die hohe Anzahl an Menschen in einer derartigen Paniksituation sowie die engen R\u00e4umlichkeiten machen jedoch die Flucht in Schischuhen und im Dunkeln unm\u00f6glich. Zu schnell hatte sich das Feuer ausgebreitet bzw. hatte der dichte Qualm die Fl\u00fcchtenden eingeholt&#8230;<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-heading\">Rasende Rauchgeschwindigkeit<\/h4>\n\n\n\n<p>Die Steigungswinkel der Schr\u00e4gseilbahn beg\u00fcnstigt den sogenannten Kamineffekt enorm. Dadurch wurde es auch m\u00f6glich, dass sich der Brandrauch nahezu explosionsartig in Richtung Bergstation bewegte und sogar dort noch \u2013 nach einer Distanz von nahezu drei Kilometern \u2013 die Scheiben bersten lie\u00df. Die blitzartige Verqualmung des gesamten Alpincenters auf der Bergstation lie\u00df f\u00fcr drei Personen keine Flucht mehr zu, ein Angestellter der Gletscherbahnen Kaprun AG sowie zwei Touristen kamen im Rauch um. Chancenlos war auch die Lage jener beiden Personen, des Zugsf\u00fchrer sowie eines Touristen, die sich in der talw\u00e4rts bewegenden Zugsgarnitur befanden. Auch sie erstickten in den nach oben rasenden Rauchmassen&#8230;<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-heading\">R\u00e4umung der Talstation<\/h4>\n\n\n\n<p>Zwischenzeitlich registrierte man das Ausma\u00df der Katastrophe auch im Tal. Sofort wurde damit begonnen die Einsatzkr\u00e4fte zu alarmieren sowie die Talstation von den unz\u00e4hligen Schihungrigen, die sich der Katastrophe teilweise noch gar nicht bewusst waren, zu r\u00e4umen. F\u00fcr die Talstation bestand die Gefahr, dass das im Tunnel w\u00fctende Feuer die Bremsen des Zuges l\u00f6sen k\u00f6nnte und die \u00fcber 30 Tonnen wiegende Garnitur nach unten rast.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-heading\">Alarmierung der Einsatzkr\u00e4fte<\/h4>\n\n\n\n<p>Um 09.12 Uhr heulte die erste Feuerwehrsirene, jene von Kaprun. Der Feuerwehrsirene von Kaprun folgten viele weitere.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Feuerwehrmann erz\u00e4hlte sp\u00e4ter dem Autor: \u201eIch befand mich zum Zeitpunkt der Alarmierung im nahegelegenen Zell am See. Ich konnte den Spruch bei der Alarmierung anfangs gar nicht glauben, da niemand von uns gerechnet hatte, dass ein Fall wie dieser jemals eintreten k\u00f6nnte. Ich hatte ein Fernglas im Auto und bevor ich zur Feuerwehr eilte, warf ich damit einen Blick in Richtung des Kitzsteinhorns. Ich traute fast meinen Augen nicht, was ich sah: Dichter Brandrauch quoll aus der Bergstation&#8230;\u201c. Ein weiteres Feuerwehrmitglied einer ausw\u00e4rtigen Feuerwehr: \u201eAls wir alarmiert wurden, dachte wir eigentlich an eine nicht angek\u00fcndigte Einsatz\u00fcbung. Aber einen Brand der Schr\u00e4gseilbahn konnte sich keiner vorstellen, auch wenn das im weiteren Verlauf auf traurigste Art und Weise widerlegt wurde\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Feuerwehr Kaprun r\u00fcckte um 09.15 Uhr Richtung Einsatzort ab. Um 09.17 Uhr setzte sich auch die bereits in Bereitschaft stehende Feuerwehr Zell am See mit einem KDO-F, mit dem Atemschutzfahrzeug sowie einem TLF-A 2000 (zus\u00e4tzlich mit 6 AZ-Ger\u00e4ten BD96 mit Compositeflaschen) in Marsch .<\/p>\n\n\n\n<p>In der darauffolgenden Zeit war Kaprun vom Anr\u00fccken vieler Einsatzfahrzeuge gepr\u00e4gt: Feuerwehr und Rettung l\u00f6sten Gro\u00dfalarm aus. Hubschrauber des Bundesheeres, des deutschen Bundesgrenzschutzes sowie des Innenministeriums r\u00fcckten an, um die Einsatzkr\u00e4fte sowie die Einsatzger\u00e4te zu den ben\u00f6tigen Stellen zu transportieren bzw. die Verletzten \u00fcberstellen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-heading\"><strong>Eintreffen am Einsatzort<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>Der erste Erkundungstrupp der Feuerwehr Kaprun drang \u00fcber die Br\u00fccke bis zum Tunnelportal vor. Unverz\u00fcglich wurde die Alarmierung weiterer Kr\u00e4fte in Auftrag gegeben. Diesem ersten Trupp kamen auch die wenigen \u00dcberlebenden der Katastrophe entgegen&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>Um 09.35 Uhr riss das Zugseil der Gletscherbahn, worauf unmittelbar darauf Alarmstufe 4 ausgel\u00f6st wurde. Die bereits anwesenden Feuerwehren Zell am See sowie die BTF Tauernkraftwerke und die nachger\u00fcckten Feuerwehren Bruck und Piesendorf begannen um 09.40 Uhr mit der Einrichtung des Hubschrauberlandesplatzes. Die erste Lagebesprechung um 09.45 Uhr, dass sich ca. 180 Personen im Zug bef\u00e4nden und mindestens eine weitere in der talabw\u00e4rts fahrenden Garnitur. Kurz darauf, um 10.00 Uhr, trafen die ersten Hubschrauber ein.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-heading\">Bildung von drei Einsatzabschnitten<\/h4>\n\n\n\n<p>Um 10.10 Uhr wurden drei Einsatzabschnitte festgesetzt: Bergstation (Alpincenter), Mitte (Zugangsstollen zum Tunnel) sowie Tal (=Hubschrauberlandeplatz).<\/p>\n\n\n\n<p>Vom Hubschrauberlandeplatz wurden die Einsatzkr\u00e4fte nach und nach per Hubschrauber auf die Mittel- und auf die Bergstation gebracht. Letztere befindet sich auf einer Seeh\u00f6he von 2.446 Meter und war beim Eintreffen der ersten Feuerwehrm\u00e4nner bereits v\u00f6llig verqualmt. Ein aus drei Mann bestehender Atemschutztrupp drang in das Alpincenter vor und entdeckte bereits nach wenigen Metern eine am Boden liegende Person. Der Trupp brachte den Mann um 11.34 Uhr nach drau\u00dfen. Auf diese Weise gelang es, zumindest ein einziges Menschenleben zu retten. Im Bereich der Toilette sowie im Maschinenraum fand der Trupp leider nur mehr leblose K\u00f6rper. Insgesamt sind in der Bergstation drei Menschenleben zu beklagen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die im Bereich des Alpincenters aufgrund eines geplanten Snowboard-Events aufgestellten Zelte wurden von den Rettungskr\u00e4ften umgehendst in eine Versorgungsstation f\u00fcr die Verletzten und die Einsatzkr\u00e4fte selbst umfunktioniert.<\/p>\n\n\n\n<p>L\u00f6schma\u00dfnahmen waren im Bereich der Bergstation keine notwendig, da diese ja \u201enur\u201c verqualmt war.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-heading\">Erkundung \u00fcber den Querstollen<\/h4>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend ein Teil der Rettungskr\u00e4fte auf der Bergstation ihr M\u00f6glichstes versuchte, wurde ein Teil der Helfer per Hubschrauber auf die Mittelstation gebracht. Dort befindet sich eine kleine J\u00e4gerh\u00fctte, welche von den beiden Inhabern umgehendst zur Versorgungsstation sowie zum Atemschutzsammelplatz der Einsatzkr\u00e4fte modifiziert worden ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Ziel war es, nach M\u00f6glichkeit \u00fcber den 638 Meter langen Querstation bis zur Mittelstation und von dort bis zur Ungl\u00fccksstelle vorzudringen. Eine Ersterkundung ergab, dass dieser v\u00f6llig verqualmt sei. Die Bedingungen daf\u00fcr waren somit zus\u00e4tzlich schwieriger, als sie auch so schon waren: Zum einen geht es im Verbindungsstollen bergab &#8211; was speziell den R\u00fcckweg erschwert &#8211; und zum anderen musste der Atemschutztrupp, sobald er die Mittelstation erreichte, nochmals 800 Meter nach unten, um zur Einsatzstelle zu gelangen. Der letzte Teil des Weges hie\u00df im Klartext: 2.000 kleine Stufen nach unten! Mit herk\u00f6mmlichen Pressluftatmern war dieses Vorhaben ein nahezu lebensgef\u00e4hrliches Unterfangen, da der Weg und die entsprechende Belastung ein hohes Ma\u00df an Zeit erforderte und der Atemluftverbrauch beim R\u00fcckzug gr\u00f6\u00dfer war, als jener beim Angriffsweg.<\/p>\n\n\n\n<p>Zwischenzeitlich drangen \u00fcber das Tal-Tunnelportal immer wieder Erkundungstrupps bis ca. 200 Meter in den Stollen vor, die Hochleistungsl\u00fcfter in Stellung brachten, um den Rauchabzug zu beschleunigen. Weitere Hochleistungsl\u00fcfter wurden zum Transport per Hubschrauber zur Mittelstation als auch zum Alpincenter auf der Bergstation vorbereitet.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-heading\"><strong>1. Lagebesprechung<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>Um 12.05 Uhr fand in der R\u00e4umen der Talstation die erste Lagebesprechung statt. In dieser wurde es zur traurigen, unwiderlegbaren Sicherheit, dass keine Hilfe mehr m\u00f6glich ist. Bei der von der Talstation aus bis zur Ungl\u00fccksstelle vorgenommenem Erkundung wurden keine \u00dcberlebende gesichtet. Weiters musste festgestellt werden, dass der Zug vollst\u00e4ndig ausgebrannt ist. Aufgrund der starken Verqualmung bestand im Tunnel keinerlei weitere \u00dcberlebenschance.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-heading\">Menschliche Extrembelastung<\/h4>\n\n\n\n<p>Um 13.13 Uhr brachen zwecks exakter Lagebeschreibung zwei Atemschutztrupps, ausger\u00fcstet mit Langzeitatmern, zur Ungl\u00fccksstelle auf. Ausgangspunkt war der Querstollen auf der Mittelstation.<\/p>\n\n\n\n<p>Den sich dem Wrack n\u00e4hernden Feuerwehrkr\u00e4ften bot sich ein Bild, dass sich f\u00fcr immer in ihr Ged\u00e4chtnis einpr\u00e4gen wird: Rund 60 Menschen lagen bergw\u00e4rts bis ca. 50 Meter Entfernung vor dem v\u00f6llig ausgebrannten Zug. 50 Meter, wo sie w\u00e4hrend ihres Fluchtversuches vom giftigen Qualm eingeholt worden sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Atemschutztr\u00e4ger begaben sich mit dem Vorr\u00fccken in den nach wie vor stark verrauchten Stollen selbst in h\u00f6chste Gefahren. Aufgrund des Feuers waren Teile der Eisenstiege geschmolzen und verbogen, so dass es h\u00f6chster Konzentration bedurfte, so sicher als in dieser Situation \u00fcberhaupt m\u00f6glich, vorzugehen. Bis auf die 12 Personen, die sich nach unten retten konnten, starben somit alle weiteren Insassen des \u201eGletscherdrachens\u201c.&nbsp; Die traurige Bilanz des Ungl\u00fccks belief sich am Ende auf nicht weniger als 155 Tote.<\/p>\n\n\n\n<p>Aufgrund der traurigen Tatsache, dass jede weitere Hilfe zu sp\u00e4t kam, wurden die direkten Einsatzma\u00dfnahmen am sp\u00e4teren Nachmittag (gegen 17.00 Uhr) eingestellt. Nach wie vor bestand aufgrund des gerissenen Zugseiles die Gefahr, dass das Wrack zur\u00fcck in die Talstation rast. Nach wie vor konnte nicht sicher festgestellt werden, wie weit der Zug an der Ungl\u00fccksstelle verankert ist bzw. aufgrund des starken Verbrennungsgrades die Wirksamkeit der Bremsen noch vorhanden war. Ebenso war nicht sicher, wie weit das zweite Seil nach der Hitzeeinwirkung den Kr\u00e4ften noch standhielt. Fest stand, dass die ausgebrannte Garnitur nicht 100%ig gegen ein Abrutschen gesichert war und zu dieser Zeit auch nicht gesichert werden konnte.&nbsp; Die genannten Angaben ergaben sich aus den Meldungen der beiden Atemschutztrupps, die um 16.20 Uhr, also nach einer Einsatzzeit von drei(!) Stunden wieder zur\u00fcckgekehrt sind!<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-heading\"><strong>2. Zug gesichert<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>Um 15.05 Uhr stieg ein Atemschutztrupp beim Alpincenter in den Tunnel ein (BD96 mit Compositeflaschen, Twin Pack). Mit dieser Ausr\u00fcstung besteht eine theoretische Einsatzzeit von rund 90 Minuten. Aufgabe dieses Trupps war es, auch in diesem Bereich weitere Erkundungsma\u00dfnahmen durchzuf\u00fchren sowie den Bergwaggon zu sichern. Seitens der Einsatzleitung wurde mit Beginn dieses Einsatzes der Befehl weitergeleitet, dass ein weiterer AS-Trupp sich mit zus\u00e4tzlichen Reserveger\u00e4ten zum Fluchtstollen (Einm\u00fcndung in den Tunnel) begeben soll, um die in weiterer Folge von oben her kommenden Einsatzkr\u00e4fte in Empfang zu nehmen. Diese stellten bei ihrer Kontrollgang fest, dass sich im Zug mindestens ein Todesopfer befand (sp\u00e4ter erh\u00f6hte sich diese Zahl aufgrund eines talw\u00e4rtsfahrenden Touristen auf 2). Der Einheit gelang es auch, den im Grunde unbesch\u00e4digten Bergwaggon zu sichern.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-heading\">Checkpoint f\u00fcr die \u00dcberlebenden<\/h4>\n\n\n\n<p>Da aufgrund der Abg\u00e4ngigkeitsmeldungen bei weitem nicht alle Namen der Verungl\u00fcckten bekannt waren, wurde zu einer recht effizienten Ma\u00dfnahme gegriffen: Das Rote Kreuz richtete ab ca. 12.00 Uhr mittags einen Checkpoint ein, den alle G\u00e4ste des Kitzsteinhorns bei der Heimfahrt passieren mussten. In Vierer-Reihen wurde jedes Fahrzeug angehalten und die Identit\u00e4t aller darin befindlichen Personen schriftlich festgehalten. Dadurch wurde es erm\u00f6glicht, bis am Abend im Internet sowie den ebenfalls eingerichteten Hotlines eine Liste mit jenen Personen zu \u00fcbermitteln, die sich mit absoluter Sicherheit unter den \u00dcberlebenden befanden. Somit konnte auch der Kreis der Betroffenen mehr und mehr eingegrenzt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die G\u00e4ste des Kitzsteinhornes wurden im Notbetrieb mit der Gondel-Seilbahn zur Talstation gebracht, da durch den Brand auch Teile dieser Anlage in Mitleidenschaft gezogen worden ist.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-heading\">Pressekonferenzen, Einsatzleitungsbesprechung<\/h4>\n\n\n\n<p>In der Sporthalle von Kaprun wurde am Samstag bereits um 10.40 Uhr das Pressezentrum eingerichtet, um den zahlreichen Journalisten im Zuge von Pressekonferenzen, die erste fand um 13.00 Uhr statt, Rede und Antwort zu stehen. Zum Thema \u201ePresse\u201c geht der Beitrag sp\u00e4ter noch ein. Abseits dieser Stellungnahmen vor der Presse fanden in kontinuierlichen Abst\u00e4nden Besprechungen der Einsatzleitung statt, um das weitere Vorgehen abzustimmen. Am sp\u00e4ten Samstag-Nachmittag wurde aufgrund der vorliegenden Berichte beschlossen, die Arbeiten f\u00fcr den ersten Tag einzustellen und die entsprechenden Koordinierungsma\u00dfnahmen f\u00fcr Sonntag, den 12. November 2000 zu treffen. Am Samstag konnte ab 17.00 Uhr der \u00fcberwiegende Teil der Einsatzkr\u00e4fte wieder abgezogen werden, da nur mehr Bergungs- und (leider) keine Rettungskr\u00e4fte mehr notwendig waren.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-heading\">Arbeiten in der Nacht<\/h4>\n\n\n\n<p>In den Nachstunden wurden \u2013 zumeist direkt von den Bediensteten der Gletscherbahnen AG \u2013 entsprechende Vorbereitungen f\u00fcr den n\u00e4chsten Einsatztag getroffen. Dieser sollte am Sonntag, um 08.00 Uhr beginnen. Organisatorische Ma\u00dfnahmen wie die Verst\u00e4ndigung der entsprechenden Hilfskr\u00e4fte (einige Feuerwehren, Bergrettung, drei Hubschrauber des Bundesheeres,&#8230;) wurden ebenso wie technische Vorbereitungen getroffen. F\u00fcr die schwierige Bergung der Verungl\u00fcckten war es notwendig, einen entsprechenden Bergewagen zu konstruieren (siehe Bild). Mit der zus\u00e4tzlichen Verwendung einer Seilwinde war geplant, die Opfer vom Zug bis zur Mittelstation zu bringen. Der manuelle Transport w\u00e4re alleine aus der Sicht der k\u00f6rperlichen \u00dcberanstrengung (2.000 Stufen) nicht durchf\u00fchrbar gewesen. Von der Mittelstation im Stollen aus wurden die sterblichen \u00dcberreste dann bis ins Freie gebracht und von dort aus per Hubschrauber zur Identifizierung nach Salzburg geflogen. Mit diesen Bergema\u00dfnahmen wurde am Montag, dem 13. November 2000, begonnen.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-heading\">Zweiter Einsatztag, Sonntag<\/h4>\n\n\n\n<p>Um 08.00 Uhr wurde auf einer Wiese im Bereich der Talstation die Einsatzleitung, der Atemschutzsammelplatz sowie die Versorgungsstelle aufgebaut. Letztere wurde vom \u00d6sterreichischen Bundesheer \u00fcbernommen. Weiteres wurde im Auftrag der Gerichtsmedizin ein Zelt errichtet. Darin war es anfangs geplant, eine Erstidentifikation der Opfer durchzuf\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p>In weiterer Folge wurden Kr\u00e4fte der Feuerwehr, der Kripo, der Bergrettung, des Roten Kreuzes und im Laufe des Nachmittags auf die Mittelstation geflogen, um dort weitere Erkundungsma\u00dfnahmen und Vorbereitungen zu treffen.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach wie vor war der Tunnel derma\u00dfen verqualmt, dass ein Betreten ohne schwere Atemschutzger\u00e4te nicht denkbar gewesen w\u00e4re. F\u00fcr die Ermittlungen der Kripo sowie die weiteren Ma\u00dfnahmen war dies jedoch Grundbedingung. So drangen Atemschutztrupps in den Querstollen vor, um bis zur Mittelstation die bereits am Samstag hinaufgeflogenen Hochleistungsl\u00fcfter zu platzieren bzw. in Betrieb zu nehmen. Damit wurde es m\u00f6glich, den Stollen bis in die Nachmittagsstunden so weit rauchfrei zu machen, damit dieser zumindest mit nur mehr geringer Schutzausr\u00fcstung (Partikelfilter) betreten werden konnte.<\/p>\n\n\n\n<p>In der ersten Tagesh\u00e4lfte wurden mit Hilfe eines kleinen Kettenfahrzeuges erste Ger\u00e4te in den Tunnel transportiert, um die Arbeiten im weiteren Verlauf beschleunigen zu k\u00f6nnen. Ebenso wurde ein Feldtelefon eingerichtet, um zwischen der Mittelstation im Tunnel und der Versorgungsstation (Mittelstation) eine Sprechverbindung herzustellen.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-heading\">Arbeit der Feuerwehr fast getan<\/h4>\n\n\n\n<p>Die Arbeiten der Feuerwehren waren am sp\u00e4ten Nachmittag im Grunde getan. Man entschied sich, ab Montag die schwierige Bergung der Opfer in Zusammenarbeit mit der Kripo und dem Bundesheer durchzuf\u00fchren. Diese traurige und aufgrund der hohen Anzahl an Toten (darunter auch viele Kinder) psychisch extrem belastende Aufgabe nahm in Folge mehrere Tage in Anspruch. Die Bergrettung \u00fcbernahm bei den Ermittlungsarbeiten die entsprechende Sicherung der Beamten. Aufgrund der Steilheit der Ungl\u00fccksstelle bzw. der Verformungen waren die Bergema\u00dfnahmen ein gef\u00e4hrliches Unterfangen, so dass die Personen mit Seilen gesichert werden mussten. Lediglich eine kleinere, ortskundige Abordnung der Feuerwehr blieb noch bis 16. November 2000 an der Einsatzstelle.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Bergung des Zuges selbst wird &#8211; letzten Mitteilungen zufolge &#8211; erst im J\u00e4nner 2001 erfolgen. Dabei sollen die Reste der Garnitur angeblich samt den restlichen Schienen aus dem Tunnel gebracht werden, um zwecks der Ursachenanalysen m\u00f6glichst exakte Untersuchungen durchf\u00fchren zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-heading\">Die Arbeit der Presse<\/h4>\n\n\n\n<p>Neben dem tragischen Ereignis selbst, fand man leider noch weitere schockierende Elemente, n\u00e4mlich die Vorgehensweise vieler Pressevertreter. Speziell die ausl\u00e4ndischen Medien zeichneten sich teilweise durch eine h\u00f6chst piet\u00e4tlose Arbeitsweise aus. Nicht nur, dass sie die Einsatzleitung bereits zum Zeitpunkt der ersten Pressekonferenz mit den wildesten Thesen und Ursachen konfrontierten, sondern auch, dass diese Vertreter regelrecht Jagd auf Bilder der die Angeh\u00f6rigen machten. Speziell am Sonntag war dieser Umstand sehr deutlich zu beobachten, als die Jugendherberge von Kaprun von Kameras regelrecht belagert wurde. In diesem Geb\u00e4ude waren die Angeh\u00f6rigen der Opfer untergebracht bzw. wurden dort von geschulten Psychologen betreut. Mit sachlicher und vor allem auch menschlicher Berichterstattung hatte dies eigentlich nicht mehr wirklich zu tun&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>Viele Angeh\u00f6rige reisten nach Kaprun, wo am Samstag Abend im Feuerwehrhaus ein erster Gedenkgottesdienst abgehalten wurde. Dieser war auch der Presse zug\u00e4nglich.<\/p>\n\n\n\n<p>Als positive Entscheidung war zu werten, dass beim &#8211; auch als Au\u00dfenstehenden sehr ber\u00fchrenden -Gedenkgottesdienst f\u00fcr die Angeh\u00f6rigen am Sonntag keine Presse zul\u00e4ssig war. Dieser fand am in den sp\u00e4ten Nachmittagsstunden im Bereich der Talstation statt.<\/p>\n\n\n\n<p>Wo in F\u00e4llen wie diesen die Piet\u00e4t bleibt, sei auch in den Raum gestellt. So wurden den Bergeeinheiten der Opfer seitens einer ausl\u00e4ndischen Medienanstalt nicht weniger als ATS 5 Millionen daf\u00fcr geboten, heimlich ein \u201eBild des Grauens\u201c zu aufzunehmen&#8230; \u00c4hnlich war seinerzeit auch ein Fall beim Lawinenungl\u00fcck in Gallt\u00fcr, dort waren es aber umgerechnet \u201enur\u201c ATS 700.000,-.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-heading\">Ein Heer an Helfer<\/h4>\n\n\n\n<p>Leider konnte das Heer an Helfer nicht mehr wirklich in gro\u00dfem Umfang helfen. Bereits um 11.00 Uhr, als rund 100 Minuten nach der ersten Alarmierung standen mehrere Hundert Einsatzkr\u00e4fte parat (ca. 400 Feuerwehr, 100 Rotes Kreuz, 40 Gendarmerie, 13 Personen \u00d6sterreichische Bergrettung, ca. 10 Personen des Bundesheeres).<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-heading\">Menschlicher Beistand<\/h4>\n\n\n\n<p>Die psychologische Betreuung wurde bei dieser Katatstrophe gro\u00df geschrieben, wobei speziell das Rote Kreuz sehr rasch aktiv wurde. In erster Linie bestand die Notwendigkeit des menschlichen Beistandes bei den zahlreich angereisten Angeh\u00f6rigen der Verungl\u00fcckten. Vermutlich war jeder der Betroffenen dankbar, und sei es nur das F\u00fchlen einer Hand&#8230; Betreuung stand aber auch f\u00fcr jene bereit, die die Aufgabe zu \u00fcbernehmen hatten, die Toten zu bergen bzw. die Untersuchungen direkt am Wrack durchzuf\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-heading\">Statistische Angaben<\/h4>\n\n\n\n<p>Zwischen 11. und 16. November 2000 waren in Summe 773 Feuerwehrkr\u00e4fte im Einsatz, 575 davon alleine am Samstag bzw. 110 am Sonntag.&nbsp; An den folgenden Tagen waren es \u201enur\u201c mehr maximal 32.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Summe der geleisteten Einsatzstunden bilanzierte mit 5.416, davon 243 reine \u201eAtemschutzstunden\u201c. Z\u00e4hlt man die Feuerwehreinsatzfahrzeuge aller Tage zusammen, so ergibt sich daraus eine Anzahl von 118. Insgesamt standen 276 Atemschutztr\u00e4ger direkt im Einsatz oder in Bereitschaft.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-heading\">Schwarzer Tag auch f\u00fcr Ober\u00f6sterreich<\/h4>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die Angeh\u00f6rigen der 155 Opfer stellte diese Trag\u00f6die einen der schw\u00e4rzesten Tage in ihrem Leben dar. Ganz besonders traf es jedoch das Bundesland Ober\u00f6sterreich, 45 Landsleute fanden in der Schr\u00e4gseilbahn den Tod. Eine Gruppe an Magistratsbediensteten der Stadt Wels befand sich an diesem 11. November bei einem Schiausflug am Kitzsteinhorn &#8211; 32 von ihnen kehrten davon nicht zur\u00fcck&#8230;<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-heading\">Res\u00fcmee<\/h4>\n\n\n\n<p>Der Autor verzichtet ganz bewusst, auf Ungl\u00fccks-Ursachen und dergleichen einzugehen. Zum einen waren diese zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Beitrages noch nicht absolut gekl\u00e4rt, zum anderen war der Zweck dieses Beitrages, einen kleinen Einblick auf die Leistungen der eingesetzten Hilfsmannschaften der Feuerwehren zu bieten.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch wenn der Seilbahnbrand von Kaprun in einer menschlichen Trag\u00f6die geendet hat, die Helfer w\u00e4ren in ausreichendem Umfang und vor allem rasch zu Stelle gewesen, das Rettungssystem h\u00e4tte funktioniert. Naturgem\u00e4\u00df taucht an dieser Stelle auch die Frage auf, was man h\u00e4tte besser machen k\u00f6nnen. Diese wird \u2013 vielleicht bis auf einige Details \u2013 wohl niemand wirklich exakt beantworten k\u00f6nnen, denn den Rettungskr\u00e4ften fehlte bei diesem Ungl\u00fcck ein sehr wesentlicher Faktor: Etwas Zeit! Zeit, die sie nicht hatten, denn vermutlich waren alle Menschen bereits tot, als die erste Feuerwehrsirene \u00fcber Kaprun erschallte&#8230;<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color wp-block-heading\">Absolute Sicherheit?<\/h4>\n\n\n\n<p>Es w\u00e4re \u2013 nach Meinung des Autors &#8211; jetzt falsch, sich den zahlreichen \u201eExperten\u201c-Meinungen, welche noch am gleichen Abend in den verschiedensten Medien hervorkamen, anzuschlie\u00dfen und zu behaupten, dass dies und jenes so oder so h\u00e4tte gemacht werden k\u00f6nnen. Im nachhinein ist man immer kl\u00fcger, das wei\u00df jeder von uns. Bis in die fr\u00fchen Morgenstunden des 11. November 2000 h\u00e4tte vermutlich auch niemand daran gedacht, dass eine Standseilbahn jemals in Brand geraten w\u00fcrde. Noch dazu nach 25 Betriebsjahren und \u00fcber 14 Millionen transportierten G\u00e4sten. Man kann nach dieser Katastrophe zumindest daraus lernen und somit dazu beitragen, \u00e4hnliche F\u00e4lle in Zukunft zu vermeiden. Eines jedoch wird uns allen immer bewusst sein m\u00fcssen: 100%ige Sicherheit wird es NIE geben, nicht im Stra\u00dfenverkehr, nicht in der Luftfahrt und auch nicht im Tunnel.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Hermann Kollinger im November 2000<\/em><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div><p id=\"pvc_stats_4939\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"4939\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"http:\/\/www.feuerwehrfotos.com\/wp\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p><div class=\"pvc_clear\"><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute drehen wir das Zeit beinahe zwei Jahrzehnte zur\u00fcck \u2013 exakt zum [&hellip;]<\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_4939\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"4939\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"http:\/\/www.feuerwehrfotos.com\/wp\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":4992,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[44],"tags":[32,118,195,151,197,196],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.feuerwehrfotos.com\/wp\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4939"}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.feuerwehrfotos.com\/wp\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.feuerwehrfotos.com\/wp\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.feuerwehrfotos.com\/wp\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.feuerwehrfotos.com\/wp\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4939"}],"version-history":[{"count":4,"href":"http:\/\/www.feuerwehrfotos.com\/wp\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4939\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5562,"href":"http:\/\/www.feuerwehrfotos.com\/wp\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4939\/revisions\/5562"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.feuerwehrfotos.com\/wp\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/4992"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.feuerwehrfotos.com\/wp\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4939"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.feuerwehrfotos.com\/wp\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4939"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.feuerwehrfotos.com\/wp\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4939"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}