{"id":898,"date":"2019-05-28T15:57:02","date_gmt":"2019-05-28T13:57:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.feuerwehrfotos.com\/wp\/?p=898"},"modified":"2019-05-28T15:57:02","modified_gmt":"2019-05-28T13:57:02","slug":"dreilaender-waldbranduebung-im-skelett-wald","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.feuerwehrfotos.com\/wp\/?p=898","title":{"rendered":"Dreil\u00e4nder-Waldbrand\u00fcbung im Skelett-Wald"},"content":{"rendered":"\n<p>Mehr als 1.000 Einsatzkr\u00e4fte beteiligten sich Mitte 2017 an einer sehr gro\u00df angelegten Waldbrand-Einsatz\u00fcbung im B\u00f6hmerwald bzw. im sogenannten Dreil\u00e4ndereck Deutschland-\u00d6sterreich-Tschechien.<br>Ich war mit meiner Kamera zwei Tage mit dabei. Neben den Leistungen der Einsatzkr\u00e4fte war es auch der teilweise gespenstische Skelett-Wald, der beeindruckte. Er ist eine Folge von massivem K\u00e4ferbefall.<\/p>\n\n\n\n<p>Die komplette Reportage, die ich zu dieser \u00dcbung verfasst habe, finden Sie im Anschluss an den Bilderblock. Die Galerie enth\u00e4lt einen Auszug meiner Impressionen, die ich mit nach Hause genommen bzw. dann auch archiviert habe.<\/p>\n\n\n\nngg_shortcode_0_placeholder\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Wenn der Berg in drei L\u00e4ndern brennt<\/strong> \u2013 die komplette Story<\/h2>\n\n\n\n<p><strong>Riesige, teilweise massiv trockene Waldfl\u00e4chen\n\u00fcbers\u00e4en das Dreil\u00e4ndereck \u00d6sterreich, Deutschland und Tschechien. Aufgrund des\nakuten K\u00e4ferbefalls der Baumlandschaft bietet sich in der touristisch intensiv\ngenutzten Region ein teilweise sehr mystisches Umfeld. Aber nicht nur das. Im\nFalle eines Brandes bietet sich den Einsatzkr\u00e4ften ein herausforderndes\nSzenario. Ein gr\u00f6\u00dferes dieser Art wurde heuer in der Region be\u00fcbt. Mehr als 1.000\nEinsatzkr\u00e4fte waren dabei eingesetzt, um ein Feuer im B\u00f6hmerwald zu bek\u00e4mpfen \u2013\nund innerhalb von drei Tagen jede Menge an Erfahrungen zu sammeln.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Text und Bilder von Hermann Kollinger<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der\nB\u00f6hmerwald ist eine etwa 120 km lange Bergkette, die sich entlang der\ntschechisch-deutsch-\u00f6sterreichischen Grenze erstreckt. Sie ist das h\u00f6chste\nRumpfgebirge der B\u00f6hmischen Masse, bis zu 50 km breit und \u2013 wie der Name verr\u00e4t\n\u2013 dicht bewaldet. Das Gebiet wird auch touristisch entsprechend genutzt. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Skelettwald durch K\u00e4fer und Sturm<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Nach dem\nSturm Kyrill und vor allem aufgrund des enormen K\u00e4ferbefalls sind gro\u00dfe L\u00fccken\nin der geschlossenen Walddecke entstanden. Vor allem die durch den K\u00e4ferbefall\nentstandenen Baumskelette bieten prim\u00e4r im Sommer einen immensen\nTrockenholzbestand und damit verbunden eine hohe Waldbrandgefahr. W\u00e4hrend auf\nder ober\u00f6sterreichischen Seite das Schadholz in gro\u00dfen Mengen aufgearbeitet\nworden ist, \u00fcberlie\u00df man den Wald aufgrund der strengen Naturschutzbestimmungen\nauf tschechischer Seite sich selbst. Im Falle eines ausbrechenden Feuers bietet\ndiese Skelettlandschaft den Flammen jedoch eine ausgezeichnete Nahrungsquelle.\nEinzelne Gebiete sind zudem nur von einem der drei L\u00e4nder aus oder per\nForststra\u00dfe gar nicht erreichbar.&nbsp; <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Herausforderung in drei L\u00e4ndern<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Neben den\nbekannten \u201eStandard-Herausforderungen\u201c, die ein Waldbrandeinsatz in schwer\nzug\u00e4nglichen, wasserarmen Regionen mit sich bringt, kommt hier auch noch die\nsprachliche Barriere der Einsatzkr\u00e4fte sowie nicht kompatible Einsatzmittel im\nErnstfall hinzu. \u201eDiese Faktoren haben wir als notwendigen Anlass gesehen, ein\ngro\u00dfes Brandszenario im B\u00f6hmerwald einmal zu be\u00fcben\u201c, leitet Brandrat G\u00fcnther\nGierlinger vom Abschnitts-Feuerwehrkommando Aigen im Bezirk Rohrbach ein. \u201eZwei\nJahre lang haben wir in der Folge f\u00fcr die Vorbereitung dieser \u00dcbung verwendet,\ndie dann in diesem Sommer unter dem Titel \u201eAustrian Bavarian Czech Forest Drill\n2017\u201c unter der Beteiligung von mehr als 1.000 Kr\u00e4ften mehrerer Organisationen\naus drei L\u00e4ndern ausgetragen worden ist. Gierlinger hatte bei dieser dann auch\ndie \u00dcbungsleitung \u00fcber. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ernstfall w\u00e4hrend Vorbereitung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend der\nVorbereitung zur Gro\u00df\u00fcbung war das Gebiet dann auch Schauplatz eines\nErnstfalls. Hierbei handelte es sich zwar nur um einen Garagenbrand, der es\ndennoch in sich hatte. Das Objekt befindet sich n\u00e4mlich sowohl auf deutschem\nals auch auf tschechischem Hoheitsgebiet. Von letzterem aus ist es jedoch gar\nnicht erreichbar. Deutsche Feuerwehren \u00fcbernahmen dabei im Pendelverkehr mit\nTankl\u00f6schfahrzeugen die Wasserversorgung zur Brandbek\u00e4mpfung. Das gro\u00dfe Gl\u00fcck\nhierbei: es war Winter und die Umgebung mit einer tiefen Schneedecke versehen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ausgangslage und Ziele<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Als Basis\nf\u00fcr die von Freitag bis Sonntag dauernden Einsatz\u00fcbung diente ein Brandausbruch\ndurch eine im schwierigen Gel\u00e4nde umgest\u00fcrzte Forstmaschine und auslaufendem\nDiesel, der sich entz\u00fcndet hat. Die Alarmierung erfolgte urspr\u00fcnglich zu einem\ntechnischen Einsatz, dessen Szenario vor Ort sich jedoch nach dem Eintreffen\nder Einsatzkr\u00e4fte rasch zu einem Waldbrand entwickelt hat. Der Notruf wurde in\nder integrierten Leitstelle in Passau entgegengenommen. Von dieser wurden\nlokale deutsche Kr\u00e4fte alarmiert und die Landeswarnzentrale Linz verst\u00e4ndigt,\nweil aufgrund der Alarmierung nicht klar war, ob der Unfall auf deutschem oder\n\u00f6sterreichischem Staatsgebiet passierte.&nbsp;\n<\/p>\n\n\n\n<p>Die\nwesentlichsten Ziele der \u00dcbung:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Be\u00fcben\nder internationalen Stabsarbeit innerhalb der Einsatzorganisation, aber auch\nmit allen anderen Beteiligten wie Bundesheer, Bergwacht, Polizei oder Rotem\nKreuz,<\/li><li>Feststellung\nder Bewegungsm\u00f6glichkeiten der Einsatzkr\u00e4fte im Gel\u00e4nde<\/li><li>\u00dcben\nder Zusammenarbeit mit den Beh\u00f6rden, Grundeigent\u00fcmern etc.<\/li><li>Be\u00fcben\nder praktischen Arbeit der Einheiten<\/li><li>Gewinnen\nvon Erkenntnissen zur besseren Vorbereitung f\u00fcr den Ernstfall (Alarmpl\u00e4ne, Bau\nvon Forststra\u00dfen etc.)<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Das\n\u00d6sterreichische Bundesheer nutzte die \u00dcbung zus\u00e4tzlich auch milit\u00e4risch, um die\nmultinationale und grenz\u00fcberschreitende Zusammenarbeit mit tschechischen und\ndeutschen zivilen (Polizei) und milit\u00e4rischen Luftfahrzeugen zu trainieren.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Der \u00dcbungsverlauf in K\u00fcrze<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Es w\u00fcrde\nden Rahmen sprengen, den Verlauf der Einsatz\u00fcbung nun bis ins kleinste Detail\nzu schildern bzw. wissen Feuerwehrleute mit Waldgebieten, in welcher Form diese\nungef\u00e4hr ablaufen. Im \u00dcberblick beschrieben setzte sich das Szenario mit\ndiversen Einlagen so fort, dass nach dem ausgebrochenen Feuer sofort die\nAlarmstufe erh\u00f6ht und Hubschrauber zur Lageerkundung und -beobachtung\nangefordert wurden. Aufgrund der langen Trockenperiode konnte aus dem Grenzbach\nkein Wasser entnommen werden. Die deutsch-\u00f6sterreichische Einsatzleitung behalf\nsich in der Erstphase mit Landwirten und deren G\u00fcllef\u00e4ssern zur\nL\u00f6schwasserversorgung. Am Freitag wurden lediglich Einheiten des Abschnittes\nAigen und lokale deutsche Einheiten eingesetzt. <\/p>\n\n\n\n<p>Die\nL\u00f6scharbeiten mussten jedoch \u00fcber Nacht eingestellt werden, sodass es w\u00e4hrend dieser\nZeit zu einer betr\u00e4chtlichen Brandausbreitung gekommen ist. Ein Einsatzstab\nwurde eingerichtet, um die Arbeiten f\u00fcr den folgenden Tag zu koordinieren und\ndie L\u00f6scharbeiten mit Unterst\u00fctzung aus der Luft fortzusetzen. <\/p>\n\n\n\n<p>Hier kamen\nneben den Feuerwehren aus \u00d6sterreich, Deutschland und Tschechien auch das\nBundesheer, Bergwacht, Forstdienste, Rettungshundestaffel, Rettungsdienste zum\nEinsatz. Weitere Szenarien sorgten daf\u00fcr, dass die Einsatzkr\u00e4fte auch so gut\nals m\u00f6glich besch\u00e4ftigt wurden, was bei einer derartigen Vielzahl an Kr\u00e4ften bekanntlich\nalles andere als ein einfaches Unterfangen darstellt. So musste beispielsweise\nauch eine verirrte Wandergruppe ausgeflogen werden, die sich im d\u00fcnnen\nBrandrauch verirrt hatte. Ein verletzter Feuerwehrmann war per Seilwinde vom\nHubschrauber aus zu retten und auszufliegen. Anfahrtswege wurden wegen\nBlockaden fiktiv gesperrt und die Helfer so vor neue Probleme gestellt. Auch\nein Campingplatz war aufgrund der Gef\u00e4hrdung durch den Rauch zu evakuieren bzw.\ndortige G\u00e4ste auszufliegen.<\/p>\n\n\n\n<p>Landwirte\nmit gro\u00dfen G\u00fcllef\u00e4ssern werden auch am Samstag herangezogen, die\nL\u00f6schwasserversorgung im rund 100 Hektar gro\u00dfen \u00dcbungsgebiet zu unterst\u00fctzen.\nDabei f\u00fcllten sie L\u00f6schwasserbeh\u00e4lter, von denen aus die Bodentrupps der\nFeuerwehren ihre Strahlrohre speisen konnten. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Vorbereitung und Hintergrundfakten<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Bei\nBeitr\u00e4gen wie diesen liegen f\u00fcr den fachlich versierten Leser bekanntlich die\nHintergrundfakten \/-informationen und Erkenntnisse im Kerninteresse, welche\nhier somit nicht zu kurz kommen sollen.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Eine\nder gro\u00dfen Herausforderungen der \u00dcbungen lag ganz weit im Vorfeld, n\u00e4mlich in\nder Findung eines gemeinsamen Termins, der allen Organisationen die M\u00f6glichkeit\nbot, teilzunehmen. Damit nicht genug, galt es beispielsweise auch, die\nBrutzeiten verschiedener Tierarten zu ber\u00fccksichtigen, um diese vor allem durch\nden l\u00e4rmintensiven Flugbetrieb nicht zu sehr zu st\u00f6ren. <\/li><li>Ziel\nwar es, vor allem die F\u00fchrungskr\u00e4fte \u00fcben zu lassen und nun nicht prim\u00e4r den\nRohrf\u00fchrer vor Ort, wenngleich dieser nat\u00fcrlich ein wesentlicher Bestandteil\nder Veranstaltung ist. Ebenso war es von Bedeutung, die einzelnen Kommandoz\u00fcge\nzusammenspielen zu lassen \u2013 und das l\u00e4nder\u00fcbergreifend. <\/li><li>Dem\nSammeln von praktischen Erfahrungswerten in der Kommunikation untereinander\nwurde gro\u00dfes Augenmerk geschenkt, da man mit unterschiedlichen Standards\nunterwegs ist. Bayern und Tschechien funken digital, \u00d6sterreich analog. Ebenso\nwollte man einen Praxiswert sammeln, wie die Zusammenarbeit am \u201eFeld\u201c mit der\nSprachbarriere aussieht. <\/li><li>F\u00fcr\nmehrere Szenarien wurde eine Nebelmaschine eingesetzt \u2013 hier kam ein Ger\u00e4t\neines Prager Filmteams mit einer Leistung von rund 1.000 m<sup>3<\/sup>\nRauch\/min zum Einsatz.<\/li><li>Zwecks\n\u00fcbersichtlicher Lagef\u00fchrung konnte f\u00fcr den Einsatzstab leihweise ein 65 Zoll\nSmartboard (einfach erkl\u00e4rt ein Touchscreen-Bildschirm) organisiert werden.\n\u00dcber den Polizeihubschrauber wurden w\u00e4hrend der \u00dcbung Live-Bilder aus dem\n\u00dcbungsgebiet eingespeist, was die Lagef\u00fchrung wesentlich vereinfacht hat.\nDadurch konnten auch Glutnester (Rauchkerzen) sofort lokalisiert und gel\u00f6scht\nwerden. <\/li><li>Das\nRote Kreuz sorgte f\u00fcr die Verpflegung der Helfer, warmes Mittag- und Abendessen\nwurde dann auch mit den Feuerwehrfahrzeugen zu den Kr\u00e4ften ins Feld geliefert,\nwo in Zelten die Ausgabe erfolgte.<\/li><li>F\u00fcr\neine Wasserentnahme aus einem Grenzbach zeigten sich zwei L\u00e4nder zust\u00e4ndig. Es\nbedurfte zweier positiver Bescheide dieser L\u00e4nder, nicht \u2013 wie sonst \u00fcblich \u2013\nseitens der Bezirkshauptmannschaft.<\/li><li>Im\nZuge der \u00dcbungsvorbereitungen wurden im Waldgebiet immer wieder reale\nFeuerstellen vorgefunden.<\/li><li>Pilatus\nFl\u00e4chenl\u00f6schflugzeuge des \u00d6sterreichischen Bundesheeres haben in Deutschland\nWasser aufgenommen und dann auf \u00f6sterreichischem und deutschem Hoheitsgebiet\ngel\u00f6scht. Der Hubschrauber aus Tschechien wiederum tankte in \u00d6sterreich auf und\nl\u00f6schte dann auf deutschem Staatsgebiet. Tri-Nationaler ging es nicht mehr.<\/li><li>\u00d6sterreichische\nEinheiten aus dem Abschnitt Aigen standen bei der \u00dcbung unter tschechischer\nF\u00fchrung.<\/li><li>Der\nLuftverkehr f\u00fcr den \u00dcbungseinsatz gestaltete sich dicht gedr\u00e4ngt: Im Einsatz\nwaren zwei Hubschrauber des Innenministeriums (Eurocopter EC 135 P2+; einer\ndavon mit einer FLIR W\u00e4rmebildkamera, der Livebilder in den Stab senden konnte),\ndie tschechische Polizei mit einer Bell 412, das deutsche Milit\u00e4r mit einer\nSikorsky CH-53 und einer UH-1D. Das \u00f6sterreichische Bundesheer war mit der\nBlack Hawk (S-70), zwei Agusta Bell 212, zwei Alloutte III sowie zwei Pilatus\nPC-6 Turbo Porter vor Ort.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p><strong>Die Lehren aus der Gro\u00dfveranstaltung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Am Ende\neiner \u00dcbung stellt sich immer die Frage, was man gelernt hat, was hat sich\nbew\u00e4hrt, was wiederum weniger. Erkenntnisse kamen im vorliegenden Fall doch\neinige zutage: <\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Die\nLandwirte stellten mit ihren G\u00fcllef\u00e4ssern, die teilweise ein Fassungsverm\u00f6gen\nvon 18.000 Litern aufweisen konnten, die Speerspitze und das R\u00fcckgrat f\u00fcr die\nFeuerwehr. Im vorliegenden Fall hatte ein Traktor-G\u00fcllefass-Gespann die\nWasserkapazit\u00e4t, die sonst beinahe zwei Tankl\u00f6schfahrzeug-Z\u00fcge mitf\u00fchren! Dies\nf\u00fchrte zu einer massiven Reduktion des Verkehrsaufkommens bei nahezu gleicher\nGeschwindigkeit. Staubildungen auf den engen Stichstra\u00dfen mit oft nur wenigen\nM\u00f6glichkeiten des aneinander Vorbeifahren k\u00f6nnens waren jedoch nicht immer vermeidbar.\nDie Logistik auf den schmalen Forststra\u00dfen war generell eine enorme Aufgabe.<\/li><li>Beeindruckend\nwaren auch die Gro\u00dftankl\u00f6schfahrzeuge der tschechischen Feuerwehr. Sie kommen\nohne gro\u00dfem Technik-Firlefanz aus. Auch hier ersetzt ein GTLF dieser Bauart mit\n9.000 Liter Wasser fast einen TLF-Zug. Zudem sind sie sehr wendig und eignen\nsich mit ihren Wasserwerfern hervorragend zur Randbenetzung. Eines dieser\nhilfreichen Waldriesen ging w\u00e4hrend der \u00dcbung dennoch \u201everloren\u201c. Es hatte sich\nim Waldgebiet verfahren. Die Sprachbarriere trug das ihre dazu bei. Es wieder\naufzufinden und in die richtige Richtung zu lotsen, war Aufgabe eines\ntschechischen Gruppenkommandanten und eines ortskundigen Feuerwehrmannes. <\/li><li>Auch\ndie typischen Waldbrand-Tankl\u00f6schfahrzeuge \u2013 in \u00d6sterreich leider so gut wie\nnicht existent \u2013 sind bei ihrer Arbeit kaum zu stoppen. Das gleiche gilt f\u00fcr\ndie von tschechischer Seite verwendeten Quads. Auch diese zeichneten sich durch\nWendigkeit und universelle Einsetzbarkeit hervorragend aus. Aber auch dieser\nFahrzeugtyp ist in \u00d6sterreich bei den Feuerwehren so gut wie nicht existent.<\/li><li>Gro\u00df\u00fcbungen\nwie diese zeigen, dass trotz vorhandener Kapazit\u00e4ten in gewohnten Mustern\ngedacht wird. So wurde beispielsweise beim Ausfall einer Tragkraftspritze eine\ndem Abschnitt Aigen benachbarte Feuerwehr explizit gerufen, um den (geplanten)\nAusfall derselbigen zu kompensieren. In Lackenh\u00e4user (deutscher\nBereitstellungsraum) haben aber die deutschen Kameraden schon auf den\nEinsatzbefehl gewartet.<\/li><li>Auch\nlogische Denkmuster verschwinden im Trubel schnell einmal. So wurde eine\nunmittelbar neben der Stra\u00dfe liegende und als verletzt geltende Person per\nHubschrauberseil ausgeflogen, obwohl der Einsatzort \u00fcber die Forststra\u00dfe\nerreichbar gewesen w\u00e4re und zwei Fahrzeuge des Roten Kreuzes im Tal f\u00fcr\nEins\u00e4tze bereitgestanden w\u00e4ren.<\/li><li>Auch\nmit dem in Ober\u00f6sterreich genutzten EDV-Programm \u201eDigikat\u201c konnten viele\nErfahrungen gesammelt werden, da es erstmals im Zuge einer \u00dcbung genutzt worden\nist, die sich \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum als drei Stunden erstreckt hat.<\/li><li>Der\nStabsraum wurde unmittelbar neben dem Landeplatz der Hubschrauber eingerichtet.\nDies zeigte sich im Verlauf der \u00dcbung aufgrund der L\u00e4rmbel\u00e4stigung nur als\nsuboptimal. <\/li><li>Die\nKommunikation zwischen den eingesetzten Mannschaften, Zugskommandanten und dem\nStab gestaltete sich teilweise als au\u00dfergew\u00f6hnlich schwierig, da es im Wald\nkeine Hinweisschilder gibt und die Kreuzungen keine Namen haben bzw. diese nur\ndem Forstpersonal bekannt sind. <\/li><li>Das\nleistungsstarke Wasserversorgungsnetz der Hochficht-Bergbahnen (dienen zur\nSpeisung der Schneekanonen) stellt einen immensen Gewinn f\u00fcr die Feuerwehr dar.<\/li><li>F\u00fcr\nden Stab eine WhatsApp-Gruppe einzurichten brachte einen massiven Gewinn f\u00fcr\nden \u00dcberblick der jeweiligen Lage vor Ort. Zugskommandanten schickten\nHandyfotos an diese Gruppe und erleichterten so die Lagebeurteilung bzw. die Koordinierung\nder weiteren Ma\u00dfnahmen.<\/li><li>Im\nErnstfall bleibt es bei einem Feuer in der Region kaum aus, eine Armada samt Hubschrauberunterst\u00fctzung\nzu alarmieren. Eine Versorgungsfahrt mit dem Tankl\u00f6schfahrzeug beanspruchte 45\nMinuten. Die gelieferten 2.000 Liter Wasser verschluckte die Tragkraftspritze\nbzw. verschleuderten die Strahlrohre in Folge innerhalb von nur knapp zwei\nMinuten!<\/li><li>Landwirte\nmit fassungsstarken G\u00fcllef\u00e4ssern werden in die neuen Alarmpl\u00e4ne aufgenommen.<\/li><li>Von\nenormen Vorteil hat sich auch das pers\u00f6nliche Kennenlernen der Akteure, vor\nallem jener aus Tschechien herausgestellt. Im realen Schadensfall ist auf\npers\u00f6nlicher Ebene oft wesentlich mehr auszurichten, als alles \u00fcber die\noffizielle Schiene abarbeiten zu m\u00fcssen.<\/li><li>Eine\nChallenge waren auch f\u00fcr eine \u00dcbung nicht planbare Elemente. Allen voran\nschaffte die Witterung viel an organisatorischen Ma\u00dfnahmen, da am\nSamstagvormittags der Flugbetrieb aufgrund teilweise dichten Nebels nicht\nplanm\u00e4\u00dfig aufgenommen werden konnte. Aufgaben, die aus der Luft oder mit\nLuftunterst\u00fctzung h\u00e4tten durchgef\u00fchrt werden sollen, konnten so nicht erledigt\nwerden bzw. waren andere L\u00f6sungsschritte erforderlich.<\/li><\/ul>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div><p id=\"pvc_stats_898\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"898\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 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